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Konzernabschluss

Allgemeine Erläuterungen

Note 1

Grundlagen

Beschreibung des Unternehmens und der Geschäftstätigkeit

Die Lenzing Gruppe (die „Gruppe“ bzw. der „Konzern“) besteht aus der Lenzing Aktiengesellschaft (Lenzing AG) und deren konsolidierten Unternehmen. Die Lenzing AG ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft österreichischen Rechts. Sie ist im Firmenbuch beim Handels- als Landesgericht Wels, Österreich, unter der Nummer FN 96499 k eingetragen. Ihr Sitz ist in 4860 Lenzing, Werkstraße 2, Österreich. Die Aktien der Lenzing AG sind im Prime Market (seit 18. April 2011) und im Leitindex ATX (seit 19. September 2011) der Wiener Börse in Wien, Österreich, gelistet.

Der Hauptaktionär der Lenzing AG zum 31. Dezember 2012 ist die B & C Gruppe, welche direkt und indirekt mit 67,60% (31. Dezember 2011: 67,60%) am Grundkapital der Lenzing AG beteiligt ist. Der Konzernabschluss für den größten Kreis von Unternehmen, der öffentlich zugänglich ist und in den die Gesellschaft und ihre konsolidierten Unternehmen einbezogen sind, wird von der B & C Industrieholding GmbH aufgestellt. Das oberste Mutterunternehmen der B & C Industrieholding GmbH, und somit der Gesellschaft, ist die B & C Privatstiftung, Wien.

Das Kerngeschäft der Lenzing Gruppe liegt in der Erzeugung und Vermarktung von industriell gefertigten („Man-made“) Cellulosefasern. Der zur Erzeugung notwendige Zellstoff wird zu einem gewichtigen Teil in eigenen Zellstoffwerken hergestellt bzw. teilweise zugekauft. Der wichtigste Rohstoff zur Zellstofferzeugung ist Holz, das zugekauft wird. Daneben werden Spezialprodukte aus Kunststoff-Polymeren hergestellt. Außerdem ist die Lenzing Gruppe im Maschinen- sowie Anlagenbau tätig und bietet Engineering-Dienstleistungen an. Die Lenzing Gruppe verfügt über Produktionsstandorte in Österreich (Lenzing und Heiligenkreuz), Deutschland (Kelheim), Tschechien (Paskov), Großbritannien (Grimsby), den USA (Mobile), Indonesien (Purwakarta) und China (Nanjing). Der Produktionsstandort in Indien (Mumbai) ist im Aufbau. Das Vertriebsnetz umfasst Vertriebsgesellschaften in China (Hongkong und Shanghai) und Vertriebsbüros in Indonesien (Jakarta), Indien (Coimbatore) sowie den USA (New York).

Präsentation des Konzernabschlusses

Der Konzernabschluss für den Zeitraum von 1. Jänner bis 31. Dezember 2012 wurde unter Beachtung aller zum Erstellungszeitpunkt verpflichtenden International Financial Reporting Standards („IFRS“) und Interpretationen, wie sie in der EU anzuwenden sind, erstellt. Dabei wurden auch die zusätzlichen Anforderungen des § 245a Abs. 1 öUGB (österreichisches Unternehmensgesetzbuch) erfüllt.

Die Berichtswährung ist der Euro (EUR), der auch funktionale Währung der Lenzing AG und eines Großteils der Tochterunternehmen ist. Die Zahlenangaben im vorliegenden Konzernabschluss und in den Erläuterungen werden auf die nächsten Tausend gerundet angegeben („TEUR“), sofern keine abweichende Angabe erfolgt. Bei Summierung von gerundeten Beträgen und Prozentangaben können durch Verwendung automatisierter Rechnungshilfen rundungsbedingte Rechendifferenzen auftreten.

Verwendung von Schätzungen und anderen Ermessensentscheidungen

Zur Erstellung des Konzernabschlusses nach IFRS verwendet der Vorstand der Lenzing AG Schätzungen und andere Ermessensentscheidungen, insbesondere Annahmen über künftige Entwicklungen. Diese Schätzungen und Ermessensentscheidungen richten sich nach den angenommenen Verhältnissen zum Bilanzstichtag und können einen erheblichen Einfluss auf die Darstellung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns haben. Sie betreffen den Ansatz und den Wert von Vermögenswerten und Schulden, Eventualforderungen und -verbindlichkeiten, den Ausweis von Cashflows sowie Erträgen und Aufwendungen und die Darstellung von Angaben im Konzernanhang.

Bei den folgenden Schätzungen und Ermessensentscheidungen besteht in der Lenzing Gruppe ein nicht unerhebliches Risiko, dass sie zu einer wesentlichen Anpassung der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in einer späteren Berichtsperiode führen können:

  • Die Beurteilung der Werthaltigkeit von immateriellen Vermögenswerten (darunter insbesondere von Firmenwerten und Markenrechten mit unbestimmbarer Nutzungsdauer) und Sachanlagen basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen. Der Ermittlung der erzielbaren Beträge bei den Wertminderungstests werden mehrere Annahmen zu Grunde gelegt. Eine wesentliche Rolle spielen dabei vor allem künftige Cashflows (darunter insbesondere Preis- und Mengenentwicklungen beim Absatz und bei den Einstandskosten) und der Abzinsungssatz. Daneben sind auch Annahmen über das Vorliegen von Indikatoren notwendig, die auf eine Wertminderung hindeuten.
  • Für die Bewertung der bestehenden Pensionen und ähnlichen Verpflichtungen werden unter anderem Annahmen über die versicherungsmathematischen, demografischen und finanziellen Parameter getroffen (darunter insbesondere Abzinsungssatz, Pensionsantrittsalter, Lebenserwartung, Fluktuation und künftige Bezugserhöhungen).
  • Dem Ansatz von sonstigen Rückstellungen und abgegrenzten Schulden liegen Schätzungen über die Eintrittswahrscheinlichkeit des zukünftigen Nutzenabflusses zu Grunde. Für die Bewertung dieser Posten werden außerdem Annahmen über den voraussichtlichen Betrag zur Erfüllung der Verpflichtungen getroffen. Diese Unsicherheiten betreffen insbesondere Rückstellungen für Garantie und Gewährleistung, Rückstellungen für drohende Verluste und sonstige Wagnisse, übrige Rückstellungen (darunter insbesondere für Verpflichtungen für Umweltsanierungsmaßnahmen, verpflichtende Erhaltungsaufwendungen und Rechtsstreitigkeiten) und abgegrenzte Schulden für antizipierte Ertragseinbußen.
  • Dem Ansatz der aktiven latenten Steuern liegt die Annahme zu Grunde, dass in Zukunft ausreichende steuerliche Einkünfte erwirtschaftet werden, um bestehende steuerliche Verlustvorträge zu verwerten.
  • Der Ansatz von Entwicklungskosten hängt von der positiven Beurteilung verschiedener Kriterien ab (darunter insbesondere der künftigen Nutzung oder des Verkaufs des aktivierten Vermögenswerts sowie der Erzielung eines künftigen wirtschaftlichen Nutzens aus dem Vermögenswert).
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Forderungen und erworbenen Anleihen wird insbesondere das Risiko von Ausfällen eingeschätzt.
  • Der Bewertung von Fertigungsaufträgen liegen Einschätzungen über das Ergebnis und den Fertigstellungsgrad der Aufträge zu Grunde.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Vorräten werden Annahmen über den voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlös abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden zurechenbaren Verkaufskosten sowie über allfällig noch anfallende Fertigstellungskosten getroffen.
  • Zur Beurteilung der Werthaltigkeit von Beteiligungen an assoziierten Unternehmen und Finanzinstrumenten, für die kein aktiver Markt vorhanden ist, werden finanzmathematische Bewertungsmethoden herangezogen. Die der Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts zu Grunde gelegten Parameter beruhen teilweise auf zukunftsbezogenen Annahmen.
  • Die Abschreibungen von planmäßig abschreibbaren immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen werden auf Basis von geschätzten Nutzungsdauern ermittelt.
  • Bei Kaufpreisallokationen im Rahmen von Unternehmenserwerben werden Annahmen über die Existenz und die Bewertung von übernommenen Vermögenswerten (darunter insbesondere von immateriellen Vermögenswerten), Schulden und Eventualschulden getroffen. Der Ermittlung der beizuliegenden Zeitwerte im Zuge der Kaufpreisallokation werden mehrere Annahmen, vor allem über die künftigen Cashflows und den Abzinsungssatz, zu Grunde gelegt.
  • Der Anwendung von Cashflow Hedge Accounting für künftige Zahlungsströme liegt insbesondere die Annahme zu Grunde, dass diese künftigen Zahlungsströme mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten werden.

Spezifische Schätzungen und Ermessensentscheidungen bzw. die dabei getroffenen Annahmen werden in den jeweiligen Abschnitten erläutert.

Schätzungen und Ermessensentscheidungen beruhen auf Erfahrungswerten und anderen Annahmen, die vom Vorstand für angemessen erachtet werden. Die letztlich realisierten Beträge können aber von diesen Schätzungen und Ermessensentscheidungen abweichen, wenn sich die angenommenen Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis berücksichtigt und die Annahmen entsprechend angepasst.

Konsolidierungskreis

In den Konzernabschluss der Lenzing Gruppe sind die Lenzing AG als Mutterunternehmen und ihre Tochterunternehmen jeweils auf Basis von Jahresabschlüssen zum 31. Dezember 2012 einbezogen. Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert.

Die Anzahl der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen hat sich wie folgt verändert:

Entwicklung der Anzahl konsolidierter Unternehmen

2012

2011

Voll-
konsolidierung

Equity-
konsolidierung

Voll-
konsolidierung

Equity-
konsolidierung

Stand zum 1.1.

34

7

43

7

Im Berichtsjahr erstmals einbezogen

1

0

1

0

Im Berichtsjahr entkonsolidiert

0

0

-10

0

Stand zum 31.12.

35

7

34

7

davon in Österreich

15

3

15

3

davon im Ausland

20

4

19

4

Die Änderungen im Konsolidierungskreis werden in Note 4 beschrieben. Eine Aufstellung der konsolidierten Unternehmen zum 31. Dezember 2012 findet sich in Note 47.