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Konzernabschluss

Allgemeine Erläuterungen

Note 3

Konsolidierungsgrundsätze sowie Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Bewertungsgrundlagen

Bei immateriellen Vermögenswerten, Sachanlagen, gewährten Ausleihungen, Vorräten, Forderungen und Verbindlichkeiten sind die historischen Anschaffungskosten die grundsätzliche Basis für die Bewertung.

Bei zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten und derivativen Finanzinstrumenten ist der zum Bilanzstichtag beizulegende Zeitwert die Basis für die Bewertung. Das Planvermögen im Rahmen von leistungsorientierten Pensionszusagen sowie die Vermögenswerte und Schulden aus Unternehmenserwerben werden ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert zum Bilanzstichtag bewertet.

Konsolidierungsgrundsätze für Tochterunternehmen

Tochterunternehmen sind Unternehmen, deren Finanz- und Geschäftspolitik die Lenzing AG so zu bestimmen in der Lage ist, dass sie aus deren Tätigkeit wirtschaftlichen Nutzen für ihre Tätigkeit ziehen kann. Dies wird vermutet, wenn der Lenzing AG mehr als 50% der Stimmrechte aller stimmberechtigten Gesellschafter zustehen.

Der Erwerb von Tochterunternehmen wird nach der Erwerbsmethode bilanziert. Nach dieser Methode werden die erworbenen Vermögenswerte und die übernommenen Schulden (einschließlich von Eventualschulden) zum Erwerbsstichtag mit den beizulegenden Zeitwerten angesetzt. Der Firmenwert entspricht dem Überschuss aus der Summe der übertragenen Gegenleistung, dem Betrag der nicht beherrschenden Anteile an dem erworbenen Unternehmen und gegebenenfalls dem beizulegenden Zeitwert des zuvor den der Lenzing Gruppe an dem erworbenen Unternehmen gehaltenen Eigenkapitalanteils über das zum Erwerbszeitpunkt bestehende Nettovermögen. Ein allfällig entstandener negativer Firmenwert wird nach einer nochmaligen Beurteilung der Bewertung des Nettovermögens als Ertrag erfasst. Anschaffungsnebenkosten werden im Gewinn oder Verlust jener Periode erfasst, in der sie anfallen.

Die nicht beherrschenden Anteile (Anteile nicht beherrschender Gesellschafter) werden beim Zugang entweder zum beizulegenden Zeitwert oder zum entsprechenden Anteil der bilanzierten Beträge des Nettovermögens bewertet. Sie werden grundsätzlich im Eigenkapital und im Ergebnis als „Anteil anderer Gesellschafter“ ausgewiesen.

Die den nicht beherrschenden Gesellschaftern bestimmter Gesellschaften (derzeit der
Lenzing (Nanjing) Fibres Co., Ltd. und der European Precursor GmbH) zurechenbaren Kapitalanteile werden außerhalb des Eigenkapitals ausgewiesen. Nach IFRS stellen diese Kapitalanteile auf Grund der gesellschaftsrechtlichen Befristung der Gesellschaften kein Eigenkapital dar. Die Erstbewertung erfolgt zum beizulegenden Zeitwert, der in der Regel dem der Einlage des nicht beherrschenden Gesellschafters zum Zeitpunkt der Einlage beizulegenden Zeitwert entspricht. Im Rahmen der Folgebewertung wird der bei der Erstbewertung in den Verbindlichkeiten angesetzte Betrag um einen bis zum Bewertungsstichtag angefallenen Gewinn erhöht bzw. aufgelaufenen Verlust vermindert. Der Bilanzausweis dieser fremden Kapitalanteile erfolgt auf der Passivseite unter der Position „kündbare nicht beherrschende Anteile“ bzw. auf der Aktivseite unter der Position „sonstige kurzfristige Vermögenswerte“. Die erfolgswirksame Veränderung des den fremden Gesellschaftern zurechenbaren Nettovermögens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung unter der Position „Ergebniszuweisung an kündbare nicht beherrschende Anteile“ ausgewiesen. Darüber hinaus werden allenfalls direkt im Eigenkapital erfasste Beträge in die Bemessung der Verbindlichkeit bzw. Forderung einbezogen. Gewinnausschüttungen an den nicht beherrschenden Gesellschafter vermindern die Verbindlichkeit bzw. erhöhen die Forderung.

Die Veränderung von Anteilen von bereits beherrschten Tochterunternehmen wird als Transaktion zwischen Eigentümern behandelt. Die Differenz zwischen der Gegenleistung und dem anteiligen Buchwert der nicht beherrschenden Anteile wird direkt in den Gewinnrücklagen erfasst.

Wesentliche Vermögenswerte und Schulden sowie Aufwendungen und Erträge, die aus Transaktionen zwischen den einbezogenen Unternehmen resultieren, werden im Rahmen der Konsolidierung eliminiert. Zwischenergebnisse aus Lieferungen und Leistungen zwischen den einbezogenen Unternehmen werden eliminiert, wenn sich die betreffenden Vermögenswerte zum Bilanzstichtag noch im Bestand befinden.

Fremdwährungsumrechnung

Die Berichtswährung der Lenzing AG und der Lenzing Gruppe ist der Euro. Die Tochterunternehmen stellen die Jahresabschlüsse in ihrer jeweiligen funktionalen Währung auf. Als funktionale Währung gilt die für die wirtschaftliche Tätigkeit des betreffenden Unternehmens maßgebliche Währung. Außer bei der PT. South Pacific Viscose ist die funktionale Währung jeweils die Währung des Landes bzw. der Region, in dem das betreffende Tochterunternehmen ansässig ist. Für die PT. South Pacific Viscose ist die funktionale Währung der US-Dollar.

Kursgewinne oder -verluste aus Transaktionen der einbezogenen Unternehmen in einer anderen als der funktionalen Währung werden ergebniswirksam erfasst. Nicht auf die funktionale Währung lautende monetäre Posten der einbezogenen Unternehmen werden mit dem Bilanzstichtagskurs umgerechnet.

Die Vermögenswerte und Schulden der Tochterunternehmen werden im Rahmen der Konsolidierung mit dem Bilanzstichtagskurs von der funktionalen Währung auf die Berichtswährung Euro umgerechnet. Die Umsatzerlöse und andere Erträge und Aufwendungen werden mit dem Durchschnittskurs des Monats umgerechnet, in dem die Erträge und Aufwendungen anfallen. Aus der Anwendung unterschiedlicher Umrechnungskurse resultierende Umrechnungsdifferenzen werden als eigener Posten im sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei Unternehmenserwerben werden Anpassungen der Buchwerte der erworbenen Vermögenswerte und der übernommenen Schulden an die diesen zum Erwerbsstichtag jeweils beizulegenden Zeitwerte vorgenommen. Diese Anpassungen und die Firmenwerte aus Unternehmenserwerben werden als Vermögenswerte bzw. Schulden des erworbenen Tochterunternehmens behandelt und unterliegen demnach der Währungsumrechnung im Rahmen der Konsolidierung.

Folgende wesentliche Kurse wurden für die Währungsumrechnung in die Berichtswährung Euro herangezogen.

Wechselkurse wichtiger Währungen

2012

2011

Einheit

Währung

Stichtag

Durchschnitt

Stichtag

Durchschnitt

1 EUR

USD US-Dollar

1,3190

1,3119

1,2935

1,3179

1 EUR

GBP Britisches Pfund

0,8159

0,8124

0,8352

0,8441

1 EUR

CZK Tschechische Krone

25,1450

25,2140

25,7685

25,5140

1 EUR

CNY Renminbi Yuan

8,2172

8,1809

8,1413

8,3563

1 EUR

HKD Hongkong Dollar

10,2221

10,1679

10,0486

10,2496

1 EUR

INR Indische Rupie

72,4075

71,6946

68,5670

69,2066

Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen

Ein langfristiger Vermögenswert (oder eine Veräußerungsgruppe) ist als zur Veräußerung gehalten einzustufen, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch die fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Unmittelbar vor der Einstufung als zur Veräußerung gehalten werden die Vermögenswerte (oder Teile einer Veräußerungsgruppe) gemäß den Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden des Konzerns bewertet. Danach sind langfristige Vermögenswerte (oder Veräußerungsgruppen), die als zur Veräußerung gehalten eingestuft werden, zum niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten anzusetzen. Wertminderungsaufwendungen einer Veräußerungsgruppe werden analog IAS 36 zugeordnet. Wertminderungsaufwendungen aus der erstmaligen Einstufung als zur Veräußerung gehalten und folgende Wertsteigerungen und -minderungen im Rahmen der Bewertung werden im Gewinn oder Verlust erfasst. Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen, die als zur Veräußerung gehalten eingestuft wurden, werden nicht mehr planmäßig abgeschrieben.

Aufgegebene Geschäftsbereiche

Ein aufgegebener Geschäftsbereich ist ein Teil eines Unternehmens, der einen gesonderten, wesentlichen Geschäftszweig oder geografischen Geschäftsbereich darstellt und der verkauft wurde oder zur Veräußerung gehalten wird, bzw. ein Tochterunternehmen, das nur zum Zweck der Weiterveräußerung angeschafft wurde. Die Einstufung als aufgegebener Geschäftsbereich erfolgt beim Verkauf oder zu einem früheren Zeitpunkt, wenn der Geschäftsbereich die Kriterien eines aufgegebenen Geschäftsbereiches erfüllt. Wenn ein Geschäftsbereich als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft wird, dann ist die Gesamtergebnisrechnung so darzustellen, als ob der Geschäftsbereich seit Beginn der Vergleichsperiode als aufgegebener Geschäftsbereich eingestuft gewesen wäre.

Immaterielle Anlagen

Erworbene immaterielle Anlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich bis zum Bilanzstichtag kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten (Einzel- und Gemeinkosten).

Die Entwicklungskosten aus selbst erstellten immateriellen Anlagen werden aktiviert, wenn sie die Kriterien des IAS 38 erfüllen. Ansonsten werden die betreffenden Entwicklungskosten im Aufwand erfasst. Forschungskosten werden generell im Aufwand erfasst.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Abschreibungen und Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für diese Vermögenswerte betragen:

Nutzungsdauern für immaterielle Anlagen

 

 

Jahre

Software

3 bis 10

Lizenzen und sonstige immaterielle Vermögenswerte

 

  entgeltlich erworbene

4 bis 20

  aus eigener Entwicklung

5 bis 15

Firmenwerte und bestimmte Markenrechte werden nur außerplanmäßig abgeschrieben.

Sachanlagen

Die Sachanlagen werden zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzüglich bis zum Bilanzstichtag kumulierter Abschreibungen ausgewiesen. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten (Einzel- und Gemeinkosten) sowie bei qualifizierten Vermögenswerten anteilige Fremdkapitalkosten.

Die Abschreibungen werden auf Basis der geschätzten Nutzungsdauern nach der linearen Methode ermittelt. Die geschätzten Nutzungsdauern für diese Vermögenswerte betragen:

Nutzungsdauern für Sachanlagen

 

 

Jahre

Landnutzungsrechte

30 bis 96

Wohngebäude

30 bis 50

Büro- und Fabriksgebäude

10 bis 50

Sonstige Gebäude

7 bis 33

Faserproduktionslinien

10 bis 15

Kesselanlagen, Umformerstationen, Turbinen

10 bis 25

Sonstige maschinelle Anlagen

5 bis 20

Fahrzeuge

4 bis 20

Büroeinrichtungen und -einbauten

2 bis 15

EDV-Hardware

3 bis 10

Grundstücke werden nur außerplanmäßig abgeschrieben.

Die auf das Geschäftsjahr entfallenden Abschreibungen und Wertminderungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen“ ausgewiesen.

Grundlegende Umbauten werden aktiviert, während laufende Instandhaltungsarbeiten, Reparaturen und geringfügige Umbauten zum Zeitpunkt des Anfallens aufwandswirksam erfasst werden.

Die Lenzing Gruppe verfügt über keine als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien.

Leasingverhältnisse

Gehen bei geleasten Vermögenswerten alle mit dem Eigentum verbundenen wesentlichen Risiken und Chancen aus dem Leasinggegenstand auf den Leasingnehmer über, dann handelt es sich um Finanzierungsleasing. Alle anderen Leasingverhältnisse werden als Operating Leasing eingestuft.

Bei Finanzierungsleasingverhältnissen, bei denen die Lenzing Gruppe als Leasingnehmer auftritt, werden die Leasinggegenstände zum beizulegenden Zeitwert des Vermögenswerts oder zum niedrigeren Barwert der künftigen Mindestleasingzahlungen aktiviert. Die planmäßigen Abschreibungen erfolgen über die wirtschaftliche Nutzungsdauer der betroffenen Sachanlage oder, wenn kürzer, über die Laufzeit des Leasingvertrags. Die aus den Leasingverträgen resultierenden Anlagen sind unter den Sachanlagen aktiviert, die Zahlungsverpflichtungen sind unter den Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern passiviert.

Die Lenzing Gruppe hat derzeit kein Finanzierungsverhältnis als Leasinggeber bilanziert.

Bei Operating Leasing-Verträgen werden die vereinbarten Leasingzahlungen als Aufwendungen bzw. Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wertminderungen (Impairments)

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten, denen Firmenwerte zugeordnet sind, und immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden zumindest jährlich bzw. anlassbezogen einem Impairmenttest unterzogen. Alle anderen immateriellen Vermögenswerte und Sachanlagen werden bei Vorliegen von Anhaltspunkten für eine Wertminderung auf ihre Werthaltigkeit überprüft.

Eine Wertminderung liegt dann vor, wenn der erzielbare Betrag des Vermögenswerts oder der zahlungsmittelgenerierenden Einheit unter dem Buchwert liegt. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag von Nutzungswert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Dabei entspricht der Nutzungswert dem Barwert der geschätzten künftigen Cashflows unter Zugrundelegung eines marktüblichen und an die spezifischen Risiken des Vermögenswertes angepassten Zinssatzes. Die Cashflows werden aus aktuellen Planungen abgeleitet. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden, falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt.

Bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags werden Annahmen über die zukünftige Entwicklung, insbesondere über die Entwicklung der Produktions- und Absatzmengen getroffen, die möglicherweise nicht realisiert werden. Weiters werden Einschätzungen über die Konditionen einer etwaigen Veräußerung dieser Anlagen am Markt getroffen.

Kann der erzielbare Betrag für einen Vermögenswert nicht ermittelt werden, so wird der Vermögenswert in eine zahlungsmittelgenerierende Einheit einbezogen. Zahlungsmittelgenerierende Einheiten stellen jene Gruppen von Vermögenswerten auf der niedrigsten Ebene dar, die selbstständig Cashflows unabhängig von anderen Vermögenswerten generieren. Firmenwerte und Markenrechte mit unbestimmter Nutzungsdauer werden jenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet, von denen erwartet wird, dass sie Nutzen aus Synergien aus dem betreffenden Unternehmenserwerb ziehen und die niedrigste konzernale Ebene der Managementüberwachung der Cashflows darstellen. In der Lenzing Gruppe sind dies insbesondere einzelne Produktionsstandorte.

Der beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten von firmenwerttragenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten und von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten mit Markenrechten, die eine unbestimmte Nutzungsdauer aufweisen, wird auf Grundlage vom Vorstand bewilligten Budgets und Cashflow-Prognosen der nächsten vier Jahre auf Nachsteuerbasis abgeleitet. In begründeten Ausnahmefällen werden die Cashflow-Prognosen auf bis zu sechs Jahre (2011: bis zu sieben Jahre) ausgedehnt. Dies betrifft zahlungsmittelgenerierende Einheiten, bei denen Erweiterungsinvestitionen geplant sind, deren Cashflow-Potenzial sich erst nach vier Jahren vollständig in den Cashflows niederschlägt. Nach dem Detailplanungszeitraum wird basierend auf den Annahmen des letzten Jahres mit einer ewigen Rente unter Berücksichtigung einer nachhaltigen langfristigen Wachstumsrate von 1,0% bis zu 3,1% (31. Dezember 2011: 1,0%) gerechnet. Als Schätzwert für die nachhaltige langfristige Wachstumsrate wird grundsätzlich die halbe Inflationsrate der nächsten Jahre im jeweiligen Land verwendet, die von einem internationalen Wirtschaftsauskunftsbüro erwartet wird. Dieser Wert gleicht tendenziell die allgemeine Teuerung aus. Die geplanten bzw. prognostizierten Cashflows werden mittels eines kapitalwertorientierten Verfahrens (Discounted-Cashflow-Methode) auf einen Barwert abgezinst. Als Abzinsungssatz wird ein individuell nach dem Capital Asset Pricing Model (CAPM) ermittelter Mischsatz aus der durchschnittlichen Fremdkapitalverzinsung und der erwarteten Verzinsung des eingesetzten Eigenkapitals herangezogen (Weighted Average Cost of Capital/WACC). Dieser Abzinsungssatz spiegelt die gegenwärtigen Markteinschätzungen und die speziellen Risiken der betroffenen zahlungsmittelgenerierenden Einheiten wider. Per 31. Dezember 2012 wurden WACCs zwischen 7,7 % und 14,0% verwendet (per 31. Dezember 2011 zwischen 7,7% und 14,5%).

Bei der Bestimmung der WACCs wurden großteils extern verfügbare Kapitalmarktdaten von Vergleichsunternehmen verwendet (insbesondere zur Bestimmung der Risikoprämie). Die Planungen bzw. Prognosen von Cashflows basieren insbesondere auf internen Annahmen über die künftig erwarteten Absatzpreise und -mengen sowie die dazu notwendigen Kosten (insbesondere Rohstoffe und Energie). Diese internen Annahmen werden um externe Marktannahmen ergänzt, etwa branchenspezifische Marktstudien und Konjunkturaussichten.

Liegt der erzielbare Betrag unter dem Buchwert des Vermögenswerts bzw. der zahlungsmittelgenerierenden Einheit, erfolgt die ergebniswirksame Erfassung eines Wertminderungsaufwandes in Höhe des Unterschiedsbetrages. Wertminderungsaufwendungen werden in der Gewinn- und Verlustrechnung unter dem Posten „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen“ erfasst. Wertminderungsaufwendungen bei zahlungsmittelgenerierenden Einheiten, welchen Firmenwerte zugeordnet sind, verringern vorrangig den Buchwert des Firmenwerts. Darüber hinausgehende Wertminderungsaufwendungen reduzieren die Buchwerte der Vermögenswerte der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Bei Wegfallen der Wertminderung erfolgt eine Wertaufholung (Zuschreibung) auf den beizulegenden Zeitwert, maximal aber auf den Wert, der sich bei Anwendung des Abschreibungsplanes auf die ursprünglichen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten errechnet. Einmal abgeschriebene Firmenwerte werden nicht wieder zugeschrieben.

Beteiligungen an assoziierten Unternehmen

Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen betreffen Anteile an Unternehmen, bei denen der Kapitalanteil grundsätzlich zwischen 20% und 50% beträgt sowie ein maßgeblicher Einfluss auf die Geschäfts- und Finanzpolitik durch die Lenzing Gruppe ausgeübt werden kann.

Die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode bilanziert. Nach dieser Methode werden erworbene Beteiligungen zunächst mit den Anschaffungskosten angesetzt. Der Beteiligungsansatz wird sodann um anteilige Eigenkapitalveränderungen erhöht bzw. vermindert. Der mit einem assoziierten Unternehmen verbundene Firmenwert ist im Buchwert der Beteiligung enthalten und wird nicht planmäßig abgeschrieben.

Im Übrigen gelten grundsätzlich dieselben Konsolidierungsgrundsätze wie bei Tochterunternehmen.

Finanzanlagen und Wertpapiere

Lang- und kurzfristige Wertpapiere werden als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte („Available-for-Sale“) klassifiziert. Die Veräußerung innerhalb der Jahresfrist ist bei den langfristigen Wertpapieren nicht beabsichtigt. Die Bewertung der Wertpapiere erfolgt zum Marktwert. Bei Anleihen und Aktien wird grundsätzlich der aktuelle Börsekurs, bei Fonds grundsätzlich der aktuelle rechnerische Wert als Marktwert verwendet. Realisierte Gewinne und Verluste sowie Wertminderungen werden im Gewinn oder Verlust erfasst, nicht realisierte Gewinne und Verluste werden – abzüglich von latenten Steuern – im sonstigen Ergebnis ausgewiesen. Die Effektivzinsmethode wird angewendet.

Ein signifikanter oder länger anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwertes eines zur Veräußerung verfügbaren Eigenkapitalinstruments unter dessen Anschaffungskosten ist ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung. Ein wesentlicher Rückgang des beizulegenden Zeitwertes wird im Regelfall angenommen, wenn der Wertverlust im Verhältnis zu den historischen Anschaffungskosten 20% übersteigt. Eine dauerhafte Wertminderung von Eigenkapitalinstrumenten liegt im Regelfall vor, wenn der Rückgang des beizulegenden Zeitwertes unter dessen Anschaffungskosten einen Zeitraum von 9 Monaten überschreitet.

Beteiligungen an nicht konsolidierten Unternehmen werden im Fall von nicht vorhandenen verlässlichen Marktpreisen eines aktiven Marktes mit den Anschaffungskosten oder, wenn eine Wertminderung (Impairment) vorliegt, mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Die langfristigen Wertpapiere dienen unter anderem der nach § 14 öEStG erforderlichen steuerlichen Wertpapierdeckung der Pensionsrückstellungen aus österreichischen Pensionsplänen (Großanlegerfonds GF 82 – Sondervermögen gemäß § 20a InvFG).

Ausleihungen werden mit den fortgeführten Anschaffungskosten oder, wenn eine Wertminderung (Impairment) vorliegt, mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert angesetzt.

Laufende Steuern und Steuerabgrenzung (aktive und passive latente Steuern)

Die laufenden Steuern und die Steuerabgrenzung für aktive und passive latente Steuern betreffen Ertragsteuern. Die laufenden Steuern ergeben sich aus dem steuerpflichtigen Einkommen und dem im jeweiligen Land anzuwendenden Steuersatz.

Aktive und passive latente Steuern werden für die jeweiligen Vermögenswerte und Schulden auf Basis von temporären Unterschieden zwischen den Werten im Konzernabschluss und den Werten, die der Steuerberechnung zu Grunde liegen, ermittelt. Zusätzlich ist im Rahmen der Steuerabgrenzung der Steuervorteil aus steuerlichen Verlustvorträgen zu berücksichtigen, soweit dessen Verwertung wahrscheinlich ist. Dabei werden jeweils die gemäß der Gesetzeslage zum Abschlussstichtag für das Jahr der erwarteten Auflösung der Unterschiedsbeträge geltenden Steuersätze angewendet. Wenn die Realisierbarkeit aktiver latenter Steuern, insbesondere auf Verlustvorträge, wahrscheinlich ist, werden die Werte beibehalten, andernfalls wird eine Wertberichtigung vorgenommen. Auf permanente Unterschiede werden keine latenten Steuern abgegrenzt. Bei Zwischenergebniseliminierungen erfolgt eine Abgrenzung latenter Steuern.

Aktive und passive latente Steuern werden im Konzern saldiert ausgewiesen, wenn ein Recht auf Aufrechnung der Steuern besteht und die Steuern sich auf Steuersubjekte innerhalb der gleichen steuerlichen Unternehmensgruppe beziehen.

Die Lenzing AG und die im Gruppenvertrag einbezogenen Tochtergesellschaften sind Gruppenmitglieder in der zwischen der B & C Industrieholding GmbH als Gruppenträger und der Lenzing AG sowie weiteren Tochtergesellschaften der Lenzing AG als Gruppenmitglieder am 25. September 2009 abgeschlossenen steuerlichen Unternehmensgruppe gemäß § 9 öKStG.

Im Zuge der Gruppenbesteuerung kommt es zwischen den einbezogenen Gruppenmitgliedern zu einer Aufrechnung von steuerlichen Gewinnen und Verlusten. Auf Grund der gemeinsamen Veranlagung werden aktive und passive latente Steuern der einbezogenen Gruppenmitglieder saldiert. Zukünftige Steuerverpflichtungen aus der Anrechnung von Verlusten ausländischer Tochtergesellschaften werden ohne Abzinsung im Konzernabschluss erfasst.

Der Gruppen- und Steuerausgleichsvertrag verpflichtet die Lenzing AG, eine Steuerumlage in Höhe der auf den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft und der in der Gruppe einbezogenen Tochtergesellschaften entfallenden Körperschaftsteuer zu entrichten.

Allfällige beim Gruppenträger auf das gesamte Gruppenergebnis effektiv anrechenbare in- und ausländische Quellensteuern sowie weitergeleitete Mindestkörperschaftsteuern kürzen die von der Lenzing AG zu zahlende Steuerumlage.

Sofern im Veranlagungsjahr laufende Verluste bzw. Verlustvorträge, die von der B & C Industrieholding GmbH als Gruppenträger selbst verursacht wurden, gegen positive Ergebnisse der Steuergruppe der Lenzing AG verrechnet werden können, kommt es zu einer Reduktion der von der Lenzing AG zu leistenden Steuerumlage. Die Reduktion der Steuerumlage beträgt
50% des geltenden Körperschaftsteuersatzes (somit derzeit 12,5%) der in einem Veranlagungsjahr der B & C Industrieholding GmbH mit positiven Ergebnissen verrechneten gruppenträgereigenen laufenden Verluste bzw. Verlustvorträge.

Ein steuerlicher Verlust der Lenzing AG inklusive der beteiligten Tochtergesellschaften wird evident gehalten und mit künftigen steuerlichen Gewinnen verrechnet. Für bei Beendigung des Vertrages nicht verrechnete Verluste ist eine Ausgleichszahlung vereinbart.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Vermögenswerte werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Unverzinste langfristige Forderungen werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst. Wertberichtigungen werden für jene Posten gebildet, die als uneinbringlich oder nur zum Teil einbringlich angesehen werden. Fremdwährungsforderungen werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet. Sämtliche Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind als kurzfristige Vermögenswerte eingestuft.

Fertigungsaufträge

Kann das Ergebnis eines Fertigungsauftrages verlässlich geschätzt werden, so werden die Erlöse und Kosten entsprechend dem Leistungsfortschritt am Bilanzstichtag erfasst (Percentage-of-Completion-Methode). Der Leistungsfortschritt ermittelt sich inputorientiert aus dem Verhältnis der bis zum Bilanzstichtag angefallenen Auftragskosten zu den geschätzten gesamten Auftragskosten (Cost-to-Cost-Methode). Der Projektverlauf wird laufend beobachtet. Abweichungen jeder Art im Gesamtauftrag werden bei der Bewertung einbezogen.

Sofern das Ergebnis eines Fertigungsauftrages nicht verlässlich geschätzt werden kann, werden die Auftragserlöse nur in Höhe der angefallenen Auftragskosten erfasst, die wahrscheinlich einbringlich sind. Auftragskosten werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie anfallen.

Ist es wahrscheinlich, dass die gesamten Auftragskosten die gesamten Auftragserlöse übersteigen, wird der erwartete Verlust sofort aufwandswirksam erfasst.

Die Forderungen gegenüber Auftragskunden aus unfertigen, langfristigen Fertigungsaufträgen werden unter den „Forderungen aus Lieferungen und Leistungen“ ausgewiesen. Die anteilig ergebniswirksamen Erlöse sind als Umsatzerlöse bilanziert. Wenn ein Anzahlungsüberhang entsteht, so wird dieser unter den sonstigen Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Vorräte

Die Vorräte werden zum jeweils niedrigeren Betrag aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten sowie Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag bewertet. Die Herstellungskosten umfassen alle dem Herstellungsprozess zurechenbaren Kosten (Einzel- und Gemeinkosten). Als Nettoveräußerungswert werden die voraussichtlich erzielbaren Verkaufserlöse abzüglich der bis zum Verkauf noch anfallenden zurechenbaren Verkaufskosten sowie allfällig noch anfallenden Fertigstellungskosten angesetzt. Wenn die Gründe, die zu einer Abwertung geführt haben, nicht länger bestehen, wird eine entsprechende Wertaufholung vorgenommen.

Der Einsatz für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wird nach der Methode der gewichteten Durchschnittskosten ermittelt. Die Veränderung des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen ist aus der gleichnamigen Position in der Gewinn- und Verlustrechnung ersichtlich.

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente betreffen Kassenbestände, täglich fällige Gelder, Schecks und kurzfristige Termineinlagen bei Banken. Sie sind mit den jeweiligen Nennwerten bewertet. Im für die Kapitalflussrechnung relevanten Fonds der liquiden Mittel sind, neben Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten, nur liquide kurzfristige Wertpapiere mit einer Restlaufzeit von weniger als drei Monaten enthalten, die geringfügigen Wertschwankungen unterliegen.

Emittierte Eigenkapitalinstrumente

Von der Lenzing Gruppe emittierte Finanzinstrumente werden dem wirtschaftlichen Gehalt der Vertragsvereinbarung entsprechend als finanzielle Verbindlichkeit oder als Eigenkapital klassifiziert. Ein Eigenkapitalinstrument ist ein Vertrag, der einen Residualanspruch an den Vermögenswerten eines Unternehmens nach Abzug der Schulden begründet. Ausgabekosten sind solche Kosten, die ohne die Ausgabe des Eigenkapitalinstruments nicht angefallen wären. Ein Gewinn oder Verlust aus der Ausgabe, dem Verkauf, dem Rückkauf oder der Kündigung von Eigenkapitalinstrumenten wird abzüglich allfälliger Steuereffekte direkt im Eigenkapital erfasst.

Emissionszertifikate

Emissionszertifikate werden mit dem beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Zuteilung aktiviert. Die Differenz zwischen dem Zeitwert und dem von der Gesellschaft für die Anschaffung aufgewendeten Betrag wird in den Posten „Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln“ eingestellt. Zu jedem Berichtsstichtag wird eine Rückstellung für die bis zu diesem Stichtag verbrauchten Zertifikate gebildet. Die Rückstellung wird, soweit die verbrauchten Zertifikate in den von der Gesellschaft zu diesem Stichtag gehaltenen Zertifikaten Deckung finden, mit dem für diese Zertifikate angesetzten Aktivwert bewertet. Soweit die verbrauchten Zertifikate die im Bestand befindlichen Zertifikate übersteigen, wird die Rückstellung mit dem Zeitwert der (nachzuschaffenden) Zertifikate zu dem betreffenden Stichtag bewertet. Der auf die bis zu diesem Stichtag verbrauchten Zertifikate entfallende Passivposten wird ertragswirksam aufgelöst.

Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln

Investitionszuschüsse werden als Passivposten ausgewiesen und entsprechend der Nutzungsdauer der geförderten Investitionen linear verteilt als sonstige betriebliche Erträge ergebniswirksam erfasst. Der Ansatz und die Bewertung der Zuschüsse betreffend Emissionszertifikate werden unter dem Punkt „Emissionszertifikate“ erläutert.

Zuschüsse der öffentlichen Hand für Kostenersätze werden in jener Periode als sonstiger Ertrag erfasst, in der die entsprechenden Kosten anfallen, außer der Zufluss des Zuschusses hängt von noch nicht mit ausreichender Wahrscheinlichkeit eintretenden Bedingungen ab.

Verpflichtungen aus Pensionszusagen und ähnliche Verpflichtungen

Nahezu alle Beschäftigten des Konzerns werden von leistungs- oder beitragsorientierten Plänen erfasst.

Die Pensionsleistungen bei den leistungsorientierten Pensionsplänen richten sich nach dem letzten Aktivbezug und nach dem Dienstalter. Der Pensionsplan der Lenzing AG umfasst zum Großteil bereits pensionierte Dienstnehmer. Dabei wird von einem Pensionsalter von 58 bis 63 Jahren ausgegangen, abhängig von Geschlecht und Position im Unternehmen.

Die leistungsorientierten Pensionszusagen der Lenzing Fibers (Hongkong) Ltd. werden durch Beiträge an einen Pensionsfonds finanziert. Für die Zusagen der Lenzing AG bestehen zum Teil qualifizierte Versicherungspolizzen, welche als Planvermögen erfasst sind.

Dienstnehmer, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und vor dem
1. Jänner 2003 begonnen haben, haben Anspruch auf eine Abfertigung bei Erreichen des gesetzlichen Pensionsalters. Die Höhe der Abfertigung ist abhängig von der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt der Auflösung und von der Dauer des Dienstverhältnisses. Diese Ansprüche der Dienstnehmer sind daher wie Ansprüche aus leistungsorientierten Pensionsplänen zu behandeln.

Die Verpflichtungen aus den leistungsorientierten Pensionsplänen und die Abfertigungsverpflichtungen sind gemäß IAS 19 als Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses anzusehen und werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) berechnet. Zu jedem Bilanzstichtag wird eine versicherungsmathematische Bewertung durchgeführt. Dabei werden die erwarteten Versorgungsleistungen auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt. Zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen werden berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden in der Periode, in der sie anfallen, zur Gänze angesetzt. Die Erfassung erfolgt im sonstigen Ergebnis. Der nachzuverrechnende Dienstzeitaufwand wird sofort in jenem Umfang erfolgswirksam erfasst, in dem die Leistungen bereits unverfallbar sind. Ansonsten erfolgt eine lineare Verteilung über den durchschnittlichen Zeitraum bis zur Unverfallbarkeit der geänderten Leistungen.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus leistungsorientierten Pensionsplänen und Abfertigungsverpflichtungen bestehen in österreichischen Konzernunternehmen. Für diese Verpflichtungen wurde ein auf Basis der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gewichteter Abzinsungssatz verwendet. Der Abzinsungssatz wurde aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung viel höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Währung und Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Die geschätzten Gehalts- und Pensionssteigerungen, die auch für die Zukunft als realistisch angesehen werden, wurden aus einer Durchschnittsbetrachtung der vergangenen Jahre ermittelt. Die Fluktuationsraten werden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt.

Die in der Bilanz erfasste leistungsorientierte Verpflichtung aus einem Versorgungsplan stellt den Barwert der leistungsorientierten Verpflichtung dar, welcher durch nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand angepasst wurde. Davon wird der beizulegende Zeitwert von bestehendem Planvermögen in Abzug gebracht.

Alle Aufwendungen aus Pensions- und Abfertigungsrückstellungen, insbesondere auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung und die Erträge aus dem Planvermögen, werden im Personalaufwand erfasst.

Für beitragsorientierte Pensionszusagen zahlt die Gruppe in Pensionskassen ein. Bei Dienstnehmern, deren Dienstverhältnisse österreichischem Recht unterliegen und nach dem 31. Dezember 2002 begonnen haben, ist die Gruppe gesetzlich verpflichtet, 1,53% des Bruttobezugs in eine Mitarbeitervorsorgekasse einzuzahlen. Bei beitragsorientierten Plänen trifft die Lenzing Gruppe nach Zahlung der vereinbarten Prämien keine Verpflichtung mehr. Eine Rückstellung wird daher nicht angesetzt.

Verpflichtungen anlässlich von Dienstnehmerjubiläen

Auf Grund kollektivvertraglicher Regelungen sind die Lenzing AG und einige, insbesondere österreichische Tochterunternehmen zu Jubiläumsgeldzahlungen an Dienstnehmer bei einer bestimmten Unternehmenszugehörigkeitsdauer verpflichtet. Diese Zahlungen basieren grundsätzlich auf der Höhe des Bezugs zum Zeitpunkt des betreffenden Dienstnehmerjubiläums. Es wurden keine Vermögenswerte aus dem Unternehmen ausgesondert und auch keine Beiträge an eine Pensionskasse geleistet, um diese Verpflichtungen abzudecken.

Jubiläumsgelder sind gemäß IAS 19 als andere langfristig fällige Leistungen an Arbeitnehmer anzusehen. Die Verpflichtungen der Gruppe werden nach dem Verfahren der laufenden Einmalprämien (Projected-Unit-Credit-Methode) mittels versicherungsmathematischer Bewertung berechnet. Die erwarteten Versorgungsleistungen werden auf den gesamten Zeitraum der Beschäftigung verteilt und zukünftige Gehalts- und Pensionssteigerungen berücksichtigt. Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste und nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand werden sofort in voller Höher erfolgswirksam erfasst.

Die wesentlichen Verpflichtungen aus Jubiläumsgeldern bestehen in österreichischen Konzernunternehmen. Für diese Verpflichtungen wurde ein auf Basis der Pensions-, Abfertigungs- und Jubiläumsgeldverpflichtungen gewichteter Abzinsungssatz verwendet. Der Abzinsungssatz wurde aus erstrangigen festverzinslichen Industrieanleihen mit AA-Rating nach dem Standard eines international tätigen Versicherungsmathematikers abgeleitet. Anleihen, die im Vergleich zu den anderen Anleihen in ihrer Risikoeinstufung viel höhere oder niedrigere Zinsen aufweisen („statistische Ausreißer“), wurden dabei nicht berücksichtigt. Die Währung und Laufzeiten der zu Grunde gelegten Anleihen orientieren sich an der Währung und den voraussichtlichen Laufzeiten der zu erfüllenden Verpflichtungen. Fluktuationsraten werden je nach Gesellschaft in Abhängigkeit von der Zusammensetzung der Belegschaft und der Dauer von deren Unternehmenszugehörigkeit angesetzt.

Alle Aufwendungen aus Jubiläumsgeldrückstellungen, insbesondere auch die Aufwendungen aus der Aufzinsung, werden im Personalaufwand erfasst.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn rechtliche oder faktische Verpflichtungen gegenüber Dritten bestehen, die auf zurückliegenden Geschäftsvorfällen oder Ereignissen beruhen und wahrscheinlich zu Vermögensabflüssen führen, die zuverlässig ermittelbar sind. Sie werden unter Berücksichtigung aller daraus erkennbaren Risiken zum voraussichtlichen Erfüllungsbetrag angesetzt. Dabei wird von dem Erfüllungsbetrag mit der höchsten Eintrittswahrscheinlichkeit ausgegangen.

Die den Rückstellungen zu Grunde liegenden Annahmen werden fortlaufend überprüft. Die tatsächlichen Werte können von den getroffenen Annahmen abweichen, wenn sich die Rahmenbedingungen entgegen den Erwartungen zum Bilanzstichtag entwickeln. Änderungen werden zum Zeitpunkt einer besseren Kenntnis erfolgswirksam berücksichtigt und die Prämissen entsprechend angepasst. Rückstellungsauflösungen werden als Ertrag in jenen Aufwandspositionen ausgewiesen, die ursprünglich bei Bildung der Rückstellung mit Aufwand belastet waren.

Langfristige Rückstellungen werden abgezinst, wenn der Abzinsungseffekt wesentlich ist und die Abzinsungsperiode verlässlich geschätzt werden kann.

Unter dem Posten Rückstellungen sind auch abgegrenzte Schulden erfasst. Im Vergleich zu Rückstellungen im Sinne der IFRS stehen abgegrenzte Schulden in der Regel dem Grunde nach fest und sind hinsichtlich der Höhe und des Eintrittszeitpunktes nur mit einem unwesentlichen Risiko behaftet. Die abgegrenzten Schulden sind in der Entwicklung der Rückstellungen gesondert ausgewiesen. Sie werden, wenn sie Finanzinstrumente darstellen, wie finanzielle Verbindlichkeiten behandelt, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.

Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden, mit Ausnahme der derivativen Finanzinstrumente, die zu Marktwerten bilanziert werden, mit den fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Fremdwährungsverbindlichkeiten werden mit dem Stichtagskurs umgerechnet.

Nicht marktüblich verzinste langfristige Verbindlichkeiten werden unter Anwendung der Effektivzinsmethode abgezinst.

Eventualverbindlichkeiten

Eventualverbindlichkeiten sind gegenwärtige Verpflichtungen, die auf vergangenen Ereignissen beruhen, bei denen ein Ressourcenabfluss jedoch als nicht wahrscheinlich eingeschätzt wird. Wenn in äußerst seltenen Fällen eine bestehende Schuld nicht in der Bilanz als Rückstellung angesetzt werden kann, weil keine verlässliche Schätzung der Schuld möglich ist, liegt ebenfalls eine Eventualverbindlichkeit vor. Eventualverbindlichkeiten werden nicht in der Bilanz erfasst, sondern im Konzernanhang angegeben.

Erlös- und Aufwandsrealisierung

Als Umsatzerlöse werden alle Erträge aus Produktverkäufen und erbrachten Dienstleistungen, vermindert um Preisnachlässe und sonstige Erlösschmälerungen, erfasst.

Die Veränderung des Bestandes an fertigen und unfertigen Erzeugnissen dient der Neutralisierung von Aufwendungen für Erzeugnisse, die sich zum Bilanzstichtag noch auf Lager befanden. Die anderen aktivierten Eigenleistungen dienen der Neutralisierung von Aufwendungen, die als Teil der Herstellungskosten von langfristigen Vermögenswerten zu aktivieren sind. Andere operative Erträge werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst.

Die Erfassung von Erträgen erfolgt dann, wenn das Eigentum an den Produkten auf den Kunden übertragen bzw. die Leistung erbracht wurde, die Höhe der Erlöse bzw. zugehörigen Kosten zuverlässig ermittelbar ist und der wirtschaftliche Nutzen aus dem Geschäft wahrscheinlich zufließen wird. Erträge aus Fertigungsaufträgen werden nach dem Leistungsfortschritt erfasst (siehe dazu weiter oben den Punkt „Fertigungsaufträge“).

Operative Aufwendungen werden mit Inanspruchnahme der Leistung bzw. zum Zeitpunkt ihrer Verursachung angesetzt.

Dividenden werden grundsätzlich mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung berücksichtigt. Zins- und andere Finanzaufwendungen bzw. -erträge werden periodengerecht unter Anwendung der Effektivzinsmethode als Aufwand bzw. Ertrag erfasst.

Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, welche der Finanzierung der Anschaffung oder Herstellung eines qualifizierten Vermögenswertes zurechenbar sind und während des Herstellungszeitraumes anfallen, werden aktiviert und anschließend abgeschrieben. Die Aktivierung erfolgt über die Position „andere aktivierte Eigenleistungen“ sowie das zugehörige Anlagenbestandskonto, die Abschreibung erfolgt über die Position „Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen“.

Alle anderen Fremdkapitalkosten werden in der Periode im Finanzergebnis erfasst, in der sie anfallen.

Ergebnis je Aktie

Das Ergebnis je Aktie wird ermittelt, indem das den Stammaktionären zustehende Jahresergebnis durch die Anzahl der durchschnittlich während des Geschäftsjahres ausstehenden Stammaktien dividiert wird.

Finanzinstrumente

Finanzinstrumente umfassen finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Verbindlichkeiten. Je nach Klassifizierung bzw. Bewertungskategorie werden die Finanzinstrumente entweder zu (fortgeführten) Anschaffungskosten oder zu beizulegenden Zeitwerten angesetzt.

In der Lenzing Gruppe werden die Bewertungskategorien „Kredite und Forderungen“, „zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“ und „Finanzschulden zum Restbuchwert“ eingesetzt. Die Kategorie „Finanzinstrumente, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden“ wird nur bei den Trading-Derivaten eingesetzt. Von der Fair Value-Option wird derzeit kein Gebrauch gemacht. Die Lenzing Gruppe verfügt über keine bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen.

Liegen Anzeichen für eine Wertminderung vor (insbesondere erhebliche finanzielle Schwierigkeiten des Schuldners, Ausfall oder Verzug von Zahlungen, eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass der Schuldner in Insolvenz geht), werden finanzielle Vermögenswerte ergebniswirksam wertberichtigt. Wertberichtigungen werden grundsätzlich über ein Wertberichtigungskonto geführt. Eine direkte Ausbuchung der finanziellen Vermögenswerte erfolgt nur, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen (insbesondere im Insolvenzfall). Bei Wegfall der Gründe für die Wertberichtigung erfolgt eine Wertaufholung bis zu den Anschaffungskosten.

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden in der Bilanz angesetzt, wenn der Konzern bei einem Finanzinstrument Vertragspartei wird. Finanzielle Vermögenswerte werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Rechte auf Zahlungen aus den finanziellen Vermögenswerten nicht mehr bestehen oder die finanziellen Vermögenswerte mit allen wesentlichen Risiken und Chancen übertragen werden. Finanzielle Verbindlichkeiten werden ausgebucht, wenn die vertraglichen Verpflichtungen beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind. Die Finanzinstrumente werden zum Erfüllungstag angesetzt bzw. ausgebucht.

Derivative Finanzinstrumente und Sicherungsbeziehungen

Zur Absicherung gegen Währungsrisiken aus dem operativen Geschäft sowie zur Steuerung des Rohstoffpreisrisikos werden in der Lenzing Gruppe derivative Finanzinstrumente eingesetzt. Diese derivativen Finanzinstrumente sollen die Variabilität von Zahlungsflüssen aus zukünftigen Transaktionen ausgleichen. Die Sicherungsgeschäfte werden im Vorhinein auf Basis der voraussichtlichen Umsatzerlöse bzw. des geplanten Rohstoffverbrauchs in der betreffenden Fremdwährung festgelegt.

Die Lenzing Gruppe wendet auf diese derivativen Finanzinstrumente grundsätzlich die Regeln des „Hedge Accounting“ gemäß IAS 39 an. Voraussetzung für die Anwendung von Hedge Accounting ist die Dokumentation der Sicherungsbeziehung und die regelmäßige Messung der Hedge-Effektivität, die zwischen 80% und 125% liegen muss. Der wirksame Ausgleich zwischen unrealisierten Verlusten und Gewinnen wird durch Effektivitätstests nachgewiesen. Bei den Absicherungen werden die Grundgeschäfte und die Sicherungsinstrumente für die Effektivitätsmessung je abgesichertem Risiko in zumindest quartalsweisen Laufzeitbändern zusammengefasst. Die prospektive Sicherungswirkung der Sicherungsbeziehungen wird durch einen Vergleich der wesentlichsten Konditionen nachgewiesen. Dabei werden die geplanten Grundgeschäfte den abgeschlossenen Sicherungsinstrumenten gegenübergestellt. Die retrospektive Sicherungswirkung wird unter Anwendung der Dollar-Offset-Methode durch Vergleich der kumulierten Fair Value-Änderungen der Grundgeschäfte mit den kumulierten Fair Value-Änderungen der Sicherungsgeschäfte nach der Kompensierungsmethode beurteilt.

Sind die Voraussetzungen zur Anwendung von Hedge Accounting erfüllt, wird das Ergebnis aus Marktwertänderungen der derivativen Finanzinstrumente entweder im Gewinn oder Verlust oder im sonstigen Ergebnis erfasst, je nachdem, ob es sich beim Sicherungsgeschäft um einen „Fair Value Hedge“ oder einen „Cashflow Hedge“ handelt. Bei einem „Fair Value Hedge“ werden die Ergebnisse der Marktbewertung der Sicherungsgeschäfte und der dazugehörigen Grundgeschäfte (Basis Adjustment) im operativen Ergebnis saldiert. Unrealisierte Gewinne und Verluste aus Marktwertänderungen von „Cashflow Hedges“ werden zunächst im sonstigen Ergebnis ausgewiesen und wirken sich auf den Gewinn oder Verlust erst zum Zeitpunkt der Realisierung der zugrunde liegenden Grundgeschäfte aus. Im Rahmen der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung („Cashflow Hedges“) wird in der Lenzing Gruppe typischerweise das Risiko bis zum Zeitpunkt der Zahlung in Fremdwährung gesichert. Die Umbuchung aus dem sonstigen Ergebnis in den Gewinn oder Verlust erfolgt bei Realisierung des Umsatzerlöses bzw. der Verursachung des Materialaufwandes in Fremdwährung. In der Folge wird die Marktwertveränderung der Derivate ergebniswirksam im Gewinn oder Verlust erfasst. Ab diesem Zeitpunkt steht der Marktwertveränderung die Stichtagskursbewertung der Fremdwährungsforderungen bzw. -verbindlichkeiten aus der Lieferung bzw. Leistung gegenüber. Ineffektive Teile der Veränderung der beizulegenden Zeitwerte von Cashflow Hedges und die Bewertung von Derivaten, für die kein Sicherungszusammenhang hergestellt werden kann (Trading-Derivate), werden sofort in der Gewinn- und Verlustrechnung berücksichtigt.

In andere Finanzinstrumente oder sonstige Trägerverträge eingebettete Derivate werden als freistehende Derivate behandelt, falls deren wirtschaftliche Merkmale und Risiken nicht eng mit dem Basisvertrag verbunden sind und der gesamte Vertrag nicht erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wird.

Derivate werden zum beizuliegenden Zeitwert bewertet. Der beizulegende Zeitwert entspricht, sofern vorhanden, dem Marktwert oder wird mit marktüblichen Bewertungsmethoden auf Basis der am Bewertungsstichtag vorliegenden Marktdaten (insbesondere Wechselkurse, Rohstoffpreise und Zinssätze) ermittelt. Die Bewertung von Devisen- und Warentermingeschäften erfolgt mit dem jeweiligen Terminkurs bzw. -preis am Bilanzstichtag. Die Terminkurse bzw. -preise richten sich nach den Kassakursen und -preisen unter Berücksichtigung von Terminauf- und -abschlägen. Bei positiven Marktwerten wird die Bonität des Vertragspartners in die Bewertung einbezogen. Zur Schätzung der Bewertung werden Bewertungen von Banken und anderen Vertragspartnern sowie eigene Modelle verwendet.

Ausweis

Der Ausweis der Vermögenswerte und Schulden, der Aufwendungen und Erträge, des sonstigen Ergebnisses, der übrigen Eigenkapitalposten sowie der Cashflows in der Kapitalflussrechnung wurde im Geschäftsjahr 2012 im Vergleich zum vorhergehenden Geschäftsjahr grundsätzlich beibehalten.

Zur Verbesserung der Aussagekraft bzw. Lesbarkeit des Konzernabschlusses wurde in der Konzern-Kapitalflussrechnung eine Ausweisänderung vorgenommen. Die Ertragsteuern werden nun gänzlich innerhalb des Brutto-Cashflows ausgewiesen. In früheren Abschlüssen waren jene Abgrenzungen zu den Steuern, die sich aus den Veränderungen der Forderungen und Verbindlichkeiten aus laufenden Steuern ergaben, innerhalb des Cashflows aus der Veränderung des Working Capital ausgewiesen. Durch die Ausweisänderung ergibt sich somit eine Verschiebung zwischen Brutto-Cashflow und Cashflow aus der Veränderung des Working Capital. Der Cashflow aus der Betriebstätigkeit ändert sich in Summe dadurch nicht.

Die Änderung hat folgende Auswirkungen auf den Abschluss:

Ausweisänderungen in der Konzern-Kapitalflussrechnung

TEUR

zuvor 2011

angepasst 2011

Brutto-Cashflow

389.049

435.269

Veränderung des Working Capital

-79.381

-125.600

Cashflow aus der Betriebstätigkeit

309.669

309.669

Zur Verbesserung der Aussagekraft bzw. Lesbarkeit des Konzernabschlusses wurde innerhalb der sonstigen Rückstellungen eine besondere Aufgliederung vorgenommen. In den sonstigen Rückstellungen sind auch abgegrenzte Schulden in Höhe von 64.507 TEUR per 31. Dezember 2012 (76.059 TEUR per 31. Dezember 2011 bzw. 1. Jänner 2012; 93.080 TEUR per 1. Jänner 2011) enthalten. Im Vergleich zu Rückstellungen im Sinne der IFRS stehen abgegrenzte Schulden in der Regel dem Grunde nach fest und sind hinsichtlich der Höhe und des Eintrittszeitpunktes nur mit einem unwesentlichen Risiko behaftet. Die abgegrenzten Schulden sind in der Entwicklung der Rückstellungen nunmehr gesondert unter dem Begriff „abgegrenzte Schulden“ dargestellt. Sie werden, wenn sie Finanzinstrumente darstellen, analog zu finanziellen Verbindlichkeiten behandelt, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden.

Im Segmentbericht wird nunmehr das EBITDA vor Umstrukturierungen (Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen auf immaterielle Anlagen und Sachanlagen unter Berücksichtigung der Auflösung von Investitionszuschüssen und vor Umstrukturierungen) als „Segmentergebnis“ bezeichnet, da es sich zur primären Kennzahl der Performancemessung entwickelt hat.

Außerdem wurden zur Verbesserung der Aussagekraft bzw. Lesbarkeit des Konzernabschlusses folgende Posten und Darstellungen anders bezeichnet bzw. gegliedert:

  • Einzelne bisher in den Notes dargestellte Cashflows wurden in die Konzern-Kapitalflussrechnung aufgenommen.
  • Die im kumulierten sonstigen Ergebnis erfassten Rücklagen wurden unter den „anderen Rücklagen“ zusammengefasst. Diese Umstellung führte zu einer geringfügigen Anpassung der Zeile „Änderungen im Konsolidierungskreis und sonstige Änderungen“ in der Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 2011 (vor Anpassung betrug die Spalte „versicherungsmathematische Gewinne/Verluste“ in dieser Zeile 0 TEUR, nach Anpassung 10 TEUR; vor Anpassung betrug die Spalte „Gewinnrücklagen“ in dieser Zeile -173 TEUR, nach Anpassung -183 TEUR).
  • Die „Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Anleihen“ und die „Verbindlichkeiten gegenüber sonstigen Darlehensgebern“ wurden in der Bilanz unter den „Finanzverbindlichkeiten“ zusammengefasst. Die Detailpositionen sind nach wie vor im Konzernanhang aufgegliedert (siehe Note 31).
  • Der Begriff „Vermögensgegenstand“ bzw. „Vermögen“ wurde weitgehend durch den Begriff „Vermögenswert“ vereinheitlicht.
  • Der Begriff „Anlagevermögen“ wurde durch den Begriff „Anlagen“ ersetzt.
  • Der Begriff „Ertragsteuern“ in der Gewinn- und Verlustrechnung wurde durch den Begriff „Ertragsteueraufwand“ ersetzt.
  • Der Begriff „Erträge aus lang- und kurzfristigen Finanzanlagen“ in der Gewinn- und Verlustrechnung wurde durch den Begriff „Ergebnis aus lang- und kurzfristigen finanziellen Vermögenswerten“ ersetzt.
  • Der Begriff „Fair Value Hedges“ in Zusammenhang mit der Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung wurde durch den Begriff “Cashflow Hedges, bei denen das Grundgeschäft bereits ergebniswirksam erfasst wurde“ ersetzt. Damit werden diese Derivate bis zu ihrem Auslaufen als „Cashflow Hedges“ im Konzernanhang dargestellt. Zuvor wurden diese Derivate bis zum Zeitpunkt der Realisierung der Umsatzerlöse bzw. der Verursachung der Materialaufwendungen als „Cashflow Hedges“ und ab diesem Zeitpunkt bis zu ihrem Auslaufen als „Fair Value Hedges“ dargestellt. Die vorgenommene Änderung dient zur Klarstellung des Sicherungszusammenhanges (Absicherung künftiger Zahlungsströme in Fremdwährung).
  • Die Abfolge der Notes wurde teilweise neu gegliedert.
  • Daneben wurden noch andere Bezeichnungen geringfügig geändert und Darstellungen in den Notes angepasst bzw. ergänzt.

Die Darstellungsänderungen führen zu keinen Unterschieden in der Bewertung. Die Vorjahresbeträge (einschließlich der davon betroffenen Notes) wurden entsprechend angepasst.

Zu den Auswirkungen der Anwendung von neuen und geänderten Rechnungslegungsstandards siehe Note 2.