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Konzernabschluss

Erläuterungen zum Kapitalrisikomanagement und zu den Finanzinstrumenten

Note 38

Kapitalrisikomanagement

Grundlagen

Die Lenzing Gruppe steuert ihr Eigen- und Fremdkapital mit dem klaren Ziel, Erträge, Kosten und Assets der einzelnen Operations/Business Units bzw. der gesamten Gruppe im Sinne einer nachhaltig hohen Ertragskraft und soliden Bilanzstruktur zu optimieren. Hierfür spielen finanzielle Leveragefähigkeiten, jederzeit ausreichende Liquiditätsversorgung und klare Orientierung an cashnahen Kennzahlen und Steuerungsgrößen vor dem Hintergrund der strategischen Stoßrichtung und der langfristigen Ziele der Gruppe eine wesentliche Rolle.

Damit wird sichergestellt, dass die Konzernunternehmen unter der Unternehmensfortführungsprämisse operieren können. Darüber hinaus tragen das genehmigte Kapital und das bedingte Kapital dazu bei, dass die Lenzing AG flexibel weiteres Eigenkapital zur Nutzung von sich zukünftig ergebenden Marktchancen aufnehmen kann.

Die Lenzing AG unterliegt den Mindestkapitalanforderungen des österreichischen Gesellschaftsrechts. Satzungsmäßige Mindestkapitalanforderungen bestehen nicht. Die Eigenkapitalmanagementstrategie der Lenzing Gruppe zielt darauf ab, dass die Lenzing AG und die Konzerngesellschaften eine den lokalen Anforderungen entsprechende Eigenkapitalausstattung haben. Einige Kreditverträge mit Banken enthalten außerdem Covenants, die sich insbesondere auf die Höhe des Eigenkapitals der Konzerngesellschaften beziehen. Die Eigenkapitalquoten der betroffenen Konzerngesellschaften und das daraus resultierende Liquiditätsrisiko bei ihrer Nichteinhaltung (die Banken können teilweise Rückzahlungen der Kredite verlangen) wird laufend vom Treasury überwacht.

Im Berichtsjahr wurden grundsätzlich alle diesbezüglichen Kapitalanforderungen erfüllt. Bei einem Kreditvertrag für ein Tochterunternehmen der Lenzing Gruppe wurde bis zur Konzernbilanzaufstellung 2011 dem Management bekannt, dass die diesbezüglichen Covenants nicht eingehalten wurden. Die daraus resultierende Verhandlung wurde im Geschäftsjahr 2012 mit dem Ergebnis abgeschlossen, dass die betreffenden Kredite neu ausfinanziert wurden.

Das Management verwendet intern zur Steuerung eine bereinigte Eigenkapitalquote. Das bereinigte Eigenkapital wird nach IFRS ermittelt und umfasst, neben dem Eigenkapital, auch die Investitionszuschüsse abzüglich der darauf entfallenden latenten Steuern. Die bereinigte Eigenkapitalquote betrug zum 31. Dezember 2012 43,8% (31. Dezember 2011: 44,8%).

Die Dividendenpolitik der Lenzing AG als Mutterunternehmen der Lenzing Gruppe orientiert sich an den Prinzipien der Kontinuität und Langfristigkeit mit dem Ziel, die zukünftige Entwicklung des Unternehmens zu fördern, den Aktionären eine der Chancen- und Risikosituation des Unternehmens angepasste Dividende auszuschütten und auch die Interessen aller anderen für den Unternehmenserfolg entscheidenden Beteiligten (Stakeholder) angemessen einzubeziehen. Sie stellt auf den Nettogewinn der Lenzing Gruppe ab.

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)

Der Vorstand der Lenzing AG überprüft gemeinsam mit dem Aufsichtsrat regelmäßig die Entwicklung der Kapitalstruktur und die hinter der Entwicklung stehenden Steuerungsgrößen, Kennzahlen und Einflussfaktoren. Im Zusammenhang mit dieser Überprüfung werden verschiedene Risikoprofile/Sensitivitäten für alle Investitionen in immaterielle Anlagen und Sachanlagen, aber auch für spezifische Projekte und Akquisitionen berücksichtigt und berechnet. In Abhängigkeit von Länderrisiken und Mikrorisiken werden den Projekten bzw. Investitionen unterschiedlich gewichtete Abzinsungsfaktoren (WACCs) für die zu erwartenden Cashflows der kommenden Jahre zu Grunde gelegt. Diese Abläufe unterliegen einer regelmäßigen Überprüfung, Anpassung und Abstimmung mit dem Vorstand. Konkurrenzentwicklungen und Markteinflussgrößen bzw. Elastizitäten spielen hier eine wesentliche Rolle.

Insbesondere wird auf die Entwicklung der Nettofinanzverschuldung großes Augenmerk gelegt, da sich in den letzten Jahren die beiden Kennzahlen Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt) und EBITDA vor Umstrukturierungen zu ganz wesentlichen Schlüssel- und Steuerungsgrößen sowohl im Management der Gruppe als auch auf Seite der finanzierenden Banken entwickelt haben. Die weitere optimale Entwicklung der Lenzing Gruppe ist nur mit einer sehr starken Eigenfinanzierungskraft als Grundlage für eine erhöhte Verschuldungsfähigkeit gegeben.

Die zinstragenden Finanzverbindlichkeiten setzen sich wie folgt zusammen:

Zinstragende Finanzverbindlichkeiten

TEUR

 

31.12.2012

31.12.2011

Langfristige Finanzverbindlichkeiten

701.564

518.521

Kurzfristige Finanzverbindlichkeiten

173.568

134.360

Summe

875.132

652.881

Der Liquiditätsbestand setzt sich wie folgt zusammen:

Liquiditätsbestand1

TEUR

 

31.12.2012

31.12.2011

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

481.658

410.534

Kurzfristige Wertpapiere

0

6.748

Liquide Wertpapiere (in den Finanzanlagen)

38.646

76.518

Liquide Wechsel (in den Forderungen aus Lieferungen und Leistungen)

8.531

5.764

Summe

528.835

499.564

Die Nettofinanzverschuldung und das EBITDA vor Umstrukturierungen stellen sich wie folgt dar:

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)

TEUR

 

31.12.2012

31.12.2011

Zinstragende Finanzverbindlichkeiten

875.132

652.881

Strategische Liquiditätsreserve (-)

-528.835

-499.564

Summe

346.296

153.317

EBITDA vor Ergebnis aus Umstrukturierungen

TEUR

 

2012

20112

Betriebsergebnis (EBIT) vor Umstrukturierungen

254.994

363.979

Abschreibungen (+)

107.253

120.591

Auflösung Investitionszuschüsse (-)

-3.589

-4.278

Summe

358.658

480.292

Nettofinanzverschuldung (Net Financial Debt)/EBITDA vor Ergebnis aus Umstrukturierungen

0,97

0,32

1) Ab dem 31. Dezember 2012 werden, neben Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie liquiden Wertpapieren, auch liquide Wechsel in den Liquiditätsbestand einbezogen. Die Vorjahreszahl beim Liquiditätsbestand (31. Dezember 2011 vorher: 493.800 TEUR) wurde daher um 5.764 TEUR erhöht und die Nettofinanzverschuldung entsprechend angepasst.

2) aus der fortgeführten Geschäftstätigkeit.