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Konzernlagebericht

Ausblick Lenzing Gruppe

Fasermarkt

Die globalen Absatzmärkte für textile Fasern als auch für Nonwovens zeigten sich zu Jahresbeginn 2013 weitgehend unverändert auf dem Niveau des vierten Quartals 2012. Die Baumwollpreise verzeichneten eine leichte Aufwärtsbewegung. Der Cotton „A“ Index, der zum Jahresende 2012 noch bei rund 83 US-Cent/Pfund lag, erreichte bis Ende Februar 2013 89 US-Cent/Pfund. Angesichts der anhaltend hohen Baumwolllagerstände bleibt die Nachhaltigkeit dieses Trends abzuwarten. Hinzu kommt die schwer prognostizierbare chinesische Baumwoll-Bevorratungspolitik, die nach Meinung von Marktanalysten erheblichen Einfluss auf die Preisbildung am Baumwollmarkt hat. Die aktuelle Marktsituation mit vielen Unsicherheitsfaktoren lässt somit nur eine geringe Visibilität für die weitere Entwicklung im Jahr 2013 zu.

Lenzing Gruppe

Aufgrund dieser Marktlage wird ein Seitwärtstrend am Fasermarkt von Lenzing als am wahrscheinlichsten eingeschätzt und das Geschäftsjahr 2013 damit als Übergangsjahr angesehen.

Die erstmals ganzjährig zur Verfügung stehenden zusätzlichen Produktionskapazitäten bei SPV (Indonesien) und Mobile (USA) lassen bei neuerlicher Vollauslastung aller Faserproduktionsstandorte einen Anstieg der Verkaufsmengen um rund 13,5% auf bis zu 920.000 Tonnen zu. Dadurch wird ein voraussichtlicher Umsatzanstieg auf rund EUR 2,15 Mrd bis EUR 2,25 Mrd
erwartet. Darin berücksichtigt ist ein budgetierter Rückgang der externen Umsätze der Business Unit Pulp in Höhe von weiteren rund EUR 50 Mio, da das tschechische Zellstoffwerk Paskov vollkommen auf Faserzellstoffmengen für den konzerninternen Bedarf im laufendem Geschäftsjahr umgestellt wird.

Der erwartete Rückgang des durchschnittlichen Faserpreises im Jahresvergleich auf EUR 1,80 - 1,90 (2012: EUR 1,96/kg) wird sich mit ca. EUR 100 Mio direkt auf das Ergebnis auswirken. Der durch die Mehrmenge erzielte Ergebnisbeitrag wird voraussichtlich durch Kostensteigerungen beim Personal (Mehrmenge, Gehaltssteigerungen), CS2 und weiteren Inputfaktoren weitgehend kompensiert.

Bei der erwarteten Entwicklung der Faserpreise ist daher aus heutiger Sicht für die Lenzing Gruppe 2013 mit einem EBITDA in einer Bandbreite zwischen EUR 260 Mio und EUR 290 Mio sowie einer EBIT-Bandbreite zwischen EUR 140 Mio und EUR 170 Mio zu rechnen. Dies entspricht einer prognostizierten EBITDA-Marge im Geschäftsjahr 2013 von rund 12% - 13% und einer erwarteten EBIT-Marge von rund 6% - 8%.

Die Investitionen (CAPEX) werden für das Geschäftsjahr 2013 bei voraussichtlich rund EUR 260 Mio deutlich unter dem Wert von 2012 (EUR 346 Mio) liegen. Schwerpunkte werden der Bau der TENCEL® Produktionsanlagen in Lenzing sowie Ersatzinvestitionen sein. Damit trägt Lenzing der aktuell geringen Visibilität der Marktentwicklung sowie dem Management des Cashflows Rechnung.

Im Zuge der konsequenten Fokussierung auf das Kerngeschäft Man-made Cellulosefasern prüft Lenzing zudem verschiedene Optionen, wie das Nicht-Kerngeschäft Plastics in Zukunft optimal weiter entwickelt werden kann. Diese Überlegungen schließen auch Veränderungen auf der Eigentümerseite nicht aus.

Aufgrund der geringen Marktvisibilität wird sich Lenzing 2013 mit Optimierungen auf der Marktseite, bei Kostenstrukturen sowie bei den Ersatz- und Erhaltungsinvestitionen rüsten. Das Mengenwachstum der Lenzing Gruppe auf rund 1 Mio Tonnen Faserkapazität p. a. bis 2014 bleibt unverändert aufrecht. Neue Investitionsprojekte werden aber einer Überprüfung auf der Zeitachse unterzogen. Mittel- bis langfristig sind alle Megatrends im Fasermarkt (Bevölkerungswachstum, Wohlstandswachstum und Nachhaltigkeit), die das weitere Wachstum der Man-made Cellulosefaserindustrie unterstützen, ungebrochen. Lenzing wird aber das Wachstumstempo den aktuellen Marktgegebenheiten flexibel anpassen und einen zusätzlichen Schwerpunkt auf Cash-Management legen.