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Konzernlagebericht

Business Unit Nonwoven Fibers

Der globale Nonwovens-Fasermarkt war im Geschäftsjahr 2012 von sinkenden Baumwoll- und Polyesterfaserpreisen, sinkenden Zellstoffpreisen und einem sich weiter verschärfenden Wettbewerb durch neue Kapazitäten in der nachgelagerten Wertschöpfungskette gekennzeichnet.

Vor allem die neuen Anlagenkapazitäten in der Spinnvliesherstellung z. B. für Wischtücher (Wipes) in Europa führten zu temporären Überkapazitäten. Dagegen entwickelte sich der Markt in den USA erfreulich stabil. Auch in Asien war der Nonwovensmarkt 2012 von einem klaren Aufwärtstrend gekennzeichnet. Der steigende Wohlstand, vor allem in China, führte zu Wachstumsraten, die über jenen im textilen Sektor lagen. Davon profitierte auch der Markt für Wischtücher (Wipes), wo in allen Emerging Markets noch hoher Aufholbedarf beim Pro-Kopf-Verbrauch herrscht.

Steigender Nonwovens-Absatz der Lenzing Gruppe

Das Nonwovens-Geschäft der Lenzing Gruppe war 2012 von steigenden Absatzmengen gekennzeichnet, die mit rund 238.000 Tonnen (nach rund 206.000 Tonnen) um rund 15% über dem Vorjahres-Vergleichswert lagen. Dies war die Folge des Kapazitätsausbaues in China und Indonesien und der daraus resultierenden höheren Verkaufsmengen in Nordamerika.

Die Faser-Durchschnittspreise lagen mit 1,83 EUR/kg (nach 2,04 EUR/kg) zwar um rund 10% unter dem Vergleichswert des Rekords des Vorjahres. Damit entwickelten sich die Nonwovens-Preise für Lenzing aber besser als jene im stärker zyklischen textilen Bereich. Ein Grund dafür war auch der wachsenden Anteil von TENCEL® Fasern am Nonwovensmarkt, die vor allem in den ersten drei Quartalen eine erfreuliche Prämie am Markt erzielen konnten.

Erste hydrophobe Cellulosefaser

Bei Lenzing Nonwoven Fibers stand das Jahr 2012 innovationsseitig im Zeichen der Lancierung der neuen TENCEL® Biosoft Faser. Erstmals wurde eine hydrophobe* Cellulosefaser entwickelt, für die sich komplett neue Anwendungsgebiete eröffnen, welche bislang hydrophoben Synthesefasern wie Polyester vorbehalten waren. Ideale Einsatzbereiche für TENCEL® Biosoft sind Hygieneartikel wie Damenbinden und Slipeinlagen sowie Inkontinenzeinlagen. Aber auch für den Bereich Wischtücher (Wipes) ist die neue Faser aufgrund ihrer Weichheit und des adaptierbaren Lotionsmanagements prädestiniert.

Ein wichtiger Forschungsbereich im Bereich Nonwovens waren 2012 aber auch TENCEL® Mikrofasern. Diese ultrafeinen Fasern werden benötigt, um dünne Isolierschichten aus Papier herstellen zu können. Ein interessanter Einsatzbereich sind unter anderem Elektroisolierpapiere in Batterieseparatoren, unter anderem für E-Mobilität und Elektronik.

Durch Carbonisierung des TENCEL® Pulvers wird ein Spezialkohlenstoff hergestellt. Die dabei angewandte Technologie basiert auf einer Kombination der TENCEL® Fasern und der Technologie eines Partners (NanoCarbons LLC). Lenzing hat nach intensiver Forschung eine neue Pilotproduktionsanlage errichtet, um die Entwicklung dieser Technologie weiter zu forcieren.

Das gemeinsam entwickelte Carbonpulver soll optimale Ergebnisse in der Energiespeicherung liefern. Es wird davon ausgegangen, dass dieses neue Carbonpulver die Entwicklung der bereits heute rasant steigenden Anwendung bei elektrischen Speichergeräten wie Doppelschichtkondensatoren (bekannt als Ultra- oder Superkondensatoren) noch weiter beschleunigen wird. Diese Hochleistungskondensatoren werden zunehmend in Hybridfahrzeugen sowie bei Start-Stopp-Systemen, unterbrechungsfreier Stromversorgung und bei der Ausrichtung von Windturbinen eingesetzt.

*) Als hydrophob werden Substanzen charakterisiert, die sich nicht mit Wasser mischen.