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Konzernlagebericht

Business Unit Pulp

Faserzellstoff (Dissolving Wood Pulp) ist der wichtigste Rohstoff für die Erzeugung industriell hergestellter Cellulosefasern und wird aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz hergestellt. Die Business Unit Pulp stellt die Versorgung der Faserproduktionsstandorte der Lenzing Gruppe mit geeigneten Zellstoffqualitäten sicher. Bei der Beschaffung dienen sowohl betriebswirtschaftliche als auch ökologische Aspekte als Entscheidungsgrundlage.

Eine geringere Papiernachfrage veranlasste 2012 einige Zellstoffproduzenten, Linien auf Faserzellstoff umzustellen. In der Folge führten Überkapazitäten bei Dissolving Wood Pulp zu starken Preisrückgängen. Der Durchschnittspreis für Dissolving Wood Pulp sank gegenüber 2011 um 43% auf USD 1.060 je Tonne lufttrockenen Zellstoffs (2011: USD 1.870).

Die Lenzing Gruppe betreibt sowohl am Standort Lenzing als auch in Paskov (Tschechien) eine eigene Zellstoffproduktion. Im vierten Quartal wurde die Beteiligung an der Biocel Paskov a.s. von zuvor 75% auf 100% aufgestockt.

Die Eigenproduktion von Faserzellstoff in der Lenzing Gruppe wurde 2012 erneut angehoben. Der Eigenversorgungsgrad mit Zellstoff konnte damit trotz steigender Faserproduktionskapazitäten bei rund 50% gehalten werden.

Für die nicht integrierten Standorte kauft Lenzing großteils auf Basis langfristiger Verträge Zellstoff zu. Im Jahr 2012 wurden weitere mehrjährige Lieferverträge mit großen Zellstoffherstellern abgeschlossen.

Zellstoffproduktion in Lenzing (Österreich) und Paskov (Tschechische Republik)

Am Standort Lenzing ermöglichte eine Jahresproduktion von 290.000 Tonnen Zellstoff eine physische Zellstoff-Vollintegration am Standort Lenzing.

In Paskov lief das Aus- und Umbauprogramm planmäßig. 2012 wurden in Paskov bereits 255.000 Tonnen Zellstoff produziert, davon rund die Hälfte Faserzellstoff.

Holzversorgung

Die Holzversorgung am Standort Lenzing konnte auch im Jahr 2012 durch entsprechendes Supply-Chain-Management und langfristige Lieferverträge sichergestellt werden. Die Zusammenarbeit mit den wichtigsten Holzlieferanten in Österreich und den angrenzenden Staaten wurde weiter ausgebaut. Die großräumige Beschaffung und die langjährige Zusammenarbeit mit Schlüssellieferanten bewährten sich insbesondere angesichts der starken Holznachfrage von Seiten der Industrie und der Bioenergiebranche.

Am Standort Paskov konnte im Jahr 2012 trotz sinkendem Inlandsangebot und steigender Holzimporte die Holzversorgung zu konstanten Preisen sichergestellt werden. Ein geringerer Holzverbrauch, verbunden mit erhöhten Anlieferungen, führte zu einem relativ hohen Winterlagerbestand. Dies erwies sich jedoch als günstig für den Standort Paskov, da ein wichtiger Pächter der tschechischen Staatsforste Konkurs anmeldete und die Neuvergabe einige Monate dauern könnte. Diese kurzfristige Angebotslücke kann Paskov mit dem Lager gut abfedern.

Co-Products

Bei der Faser- und Zellstoffproduktion fallen wertvolle Nebenprodukte an, die vom Bereich Lenzing Co-Products (Business Unit Pulp) vertrieben werden. Die hochwertigen Co-Products werden unter anderem von Abnehmern in der Lebens- und Futtermittelindustrie sowie der Pharma-, Waschmittel- und Bauindustrie weiterverarbeitet. 2012 wurde am Standort Lenzing mit Schwersodagranulat, gewonnen aus Sodaasche, ein neues Co-Product am Markt eingeführt.