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Konzernlagebericht

Umwelt und Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit in der Lenzing Gruppe

Das Ausgangsmaterial für alle Produkte im Kerngeschäft der Lenzing Gruppe, industriell hergestellte Cellulosefasern, ist der nachwachsende Rohstoff Holz. Die Prinzipien nachhaltigen Wirtschaftens sind aufgrund dieser Rohstoffbasis bei Lenzing „genetisch“ bedingt und werden daher in der gesamten Lenzing Gruppe industriell umgesetzt und genützt.

Die Lenzing Gruppe bekennt sich zu den Grundprinzipien nachhaltiger Entwicklung. Dabei steht wirtschaftliches Handeln bei Lenzing gleichranging neben der Berücksichtigung sozialer Ausgewogenheit und der Sicherung der ökologischen Lebensgrundlagen. Den Fokus nachhaltigen Handelns bilden eine langfristig wettbewerbsfähige Wertschöpfung in der Produktion sowie eine möglichst schonende Nutzung der Ressourcen, soziale Verantwortung und eine menschengerechte Arbeitswelt.

Verantwortung für die Umwelt

Lenzing Fasern sind ein oftmals unverzichtbarer Teil der modernen Industriegesellschaft geworden und leisten dabei einen wichtigen Beitrag zu einem besseren und komfortableren Leben; sei es in Bekleidung, in Heimtextilien, dem Gesundheitswesen oder im Hygiene- und Körperpflegebereich. Lenzing verfolgt dabei stets das Ziel, diese Gebrauchsgüter mit möglichst geringer Umweltbelastung zu produzieren und betrachtet dies als kontinuierlichen Verbesserungsprozess. Galt die Viscosefaserindustrie in früheren Jahrzehnten als Umweltsünder, so hat Lenzing gezeigt, dass dies nicht so sein muss. Durch nachhaltige Prozessverbesserungen und die Schließung der Chemikalienkreisläufe sowie den Einsatz modernster Abwasser- und Abluftreinigungsverfahren setzt Lenzing für die gesamte Man-made Cellulosefaserindustrie Maßstäbe.

Umweltstandards in der Lenzing Gruppe

Die Umweltstandards für die Lenzing Gruppe wurden im Berichtsjahr erstmals aufgestellt. Sie sind eine weitere Konkretisierung der bestehenden Philosophie für Sicherheit, Gesundheit und Umwelt. Lenzing verpflichtet sich mit den Umweltstandards freiwillig zur Einhaltung bestimmter Umweltkriterien. Basis dafür ist die Orientierung an strengen Richtwerten verschiedener internationaler Standards wie dem EU Ecolabel. Die Umweltstandards der Lenzing Gruppe gelten an allen Standorten und in allen Weltregionen als Messlatte, an der sich das zukünftige Handeln des Unternehmens im Umweltbereich orientiert. Mehr darüber finden Sie unter folgenden Links:

www.lenzing.com/umweltstandards
www.lenzing.com/she-philosophie

Verantwortung für die Menschen

Die Lenzing Gruppe ist global tätig, repräsentiert jedoch als österreichisches Unternehmen mit 75-jähriger Tradition Werte, die tief in der europäischen Kultur verwurzelt sind. So gelten die Prinzipien der Toleranz, Offenheit und des Respekts gegenüber allen Menschen in gleicher Weise – egal in welcher Weltregion das Unternehmen tätig ist. Lenzing hat diese Prinzipien als europäischer Globalisierungspionier beispielhaft etwa an seinen Standorten in Asien seit mehreren Jahrzehnten unter Beweis gestellt. Soziales Engagement war dabei stets integraler Bestandteil der wirtschaftlichen Aktivitäten. Die Basis des Unternehmenserfolgs bilden die Mitarbeiter, weshalb Lenzing bemüht ist, diesen interessante und anspruchsvolle Tätigkeiten mit Entwicklungschancen und Aufstiegsmöglichkeiten in einem gerechten und sicheren Arbeitsumfeld zu bieten.

Verantwortung für die Wirtschaft

Zwischen den ökonomischen, ökologischen und sozialen Anforderungen gibt es immer wieder Zielkonflikte. Die vergangenen Jahre zeigen jedoch, dass Lenzing diese Zielkonflikte unter Einhaltung seiner Prinzipien und Werte stets gut bewältigen konnte. Über einen längerfristigen Zeitraum hinweg betrachtet wurden die betriebswirtschaftlichen Kennzahlen stets verbessert, wobei soziale Aspekte und Umwelterfordernisse stets mit Augenmaß in die Entscheidungen eingeflossen sind.

Um den zusätzlichen volkswirtschaftlichen Einfluss der Lenzing Gruppe objektiv zu bewerten, beauftragte Lenzing Prof. Friedrich Schneider von der Johannes Kepler Universität Linz (Institut für Volkswirtschaftslehre), eine Wertschöpfungsrechnung der einzelnen Produktionsstandorte der Lenzing Gruppe genauso wie der gesamten Lenzing Gruppe durchzuführen. Dabei wurde einer Modellrechnung mit den Wirtschaftstätigkeiten der Lenzing Gruppe (laufender Betrieb und Investitionstätigkeit) eine Simulation gegenübergestellt, in der diese Aktivitäten nicht stattfinden. Die Analyse erfolgte dabei mit Hilfe eines ökonomisch geschätzten Simulationsmodells, in dem alle wesentlichen volkswirtschaftlichen Kenngrößen und alle relevanten Wirtschaftsbereiche berücksichtigt wurden.

Die Ergebnisse der Studie belegen, dass der laufende Betrieb und die Investitionstätigkeit der Lenzing Gruppe beträchtliche Wertschöpfungseffekte hervorrufen. So stieg kumuliert betrachtet an den sieben Produktionsstandorten das BIP durch die Aktivitäten der Lenzing Gruppe im Jahr 2011 um insgesamt über EUR 930 Mio, das Masseneinkommen erhöhte sich insgesamt um über EUR 400 Mio und es wurden – neben den Arbeitsplätzen im Konzern selbst – über 8.000 zusätzliche Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen*. Die Lenzing Gruppe trägt regional dazu bei Beschäftigung zu sichern, stabile Einkommen zu schaffen und Wertschöpfung in den Produktionsländern zu generieren.

Die Ergebnisse der Studie wurden im neuen Nachhaltigkeitsbericht der Lenzing Gruppe im Einzelnen veröffentlicht.

Nachhaltigkeitsmanagement

Im Berichtsjahr wurden die Aktivitäten zur Systematisierung der internen Nachhaltigkeitsarbeit weiter intensiviert. Ziel dieser Lenzinger „Sustainability Initiative“ ist es, den Kennzahlenkatalog für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeitskriterien zu erweitern, um die Transparenz im Bereich Nachhaltigkeit in der Lenzing Gruppe zu verbessern. Den Vorsitz bei dieser Initiative hat der Lenkungsausschuss für Nachhaltigkeit inne. Er besteht aus einem Vorstand, den beiden Leitern der Business Units Textile Fibers und Nonwoven Fibers sowie den Leitern der beiden Corporate Centers Global Safety, Health and Environment (SHE) sowie Corporate Communications.

Auszeichnungen und Aktivitäten

Die Bemühungen der Lenzing Gruppe im Bereich Nachhaltigkeit wurden im Berichtsjahr erneut ausgezeichnet.

Beim „Energy Globe Award Oberösterreich 2012“ konnte die Lenzing Gruppe den zweiten Platz in der Kategorie „Erde“ für sich verbuchen. In dieser Kategorie werden der sorgfältige und nachhaltige Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen sowie alle Maßnahmen, die dazu beitragen, honoriert.

Lenzing wurde im Berichtsjahr erneut im VÖNIX, dem Nachhaltigkeitsindex der Wiener Börse, gelistet und ist damit seit 2005 durchgehend in diesem Index enthalten. 2012 gelang es erstmals, unter die Top 5 der nachhaltigsten österreichischen Unternehmen gereiht zu werden.

Weiters wurde 2012 der neue Lenzing Nachhaltigkeitsbericht konzipiert, welcher im ersten Quartal 2013 veröffentlicht wurde.

Zertifizierungen

Zertifizierungen geben einen wichtigen Hinweis über den Status einer Organisation im Hinblick auf Systeme und Produkte. Geschäftspartner und Kunden können so sicher sein, dass entsprechende Standards in Bezug auf Qualität, Umwelt und Sicherheit eingehalten werden.

Zertifizierungsstatus in der Lenzing Gruppe

ISO 9001

ISO 14001

OHSAS 18001

Lenzing (Österreich)

Heiligenkreuz (Österreich)

Grimsby (Großbritannien)

Mobile (USA)

Purwakarta (Indonesien)

Nanjing (China)

Paskov (Tschechische Republik)

Umweltschutz Standort Lenzing

Der Geschäftsbereich Umweltschutz war im Jahr 2012 erneut gefordert, die Umweltschutzanlagen so zu adaptieren, dass diese mit den Produktionssteigerungen der Lenzing AG Schritt halten können. Durch den laufenden Ausbau der Anlagen konnte diese Anforderung im Berichtsjahr wiederum sehr gut erfüllt werden.

So wurde die Abwasserreinigungsanlage des Wasserreinhaltungsverbandes Lenzing – Lenzing AG im Jahr 2012 um ein neues Auslaufbauwerk und Abwasserverteilsystem in den Fluss Ager ergänzt. Damit wurde auch den Vorgaben der EU-Wasserrahmenrichtlinie hinsichtlich der Einmischung der gereinigten Abwässer in den Fluss entsprochen.

Der Geschäftsbereich Umweltschutz leitete im Berichtsjahr die Vorbereitung, Einreichung und Abwicklung der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) für die TENCEL® Produktionsanlage in Lenzing. Nach der öffentlichen Bekanntmachung des Projektes, der sechswöchigen Projektauf­lage und einer mündlichen Verhandlung erteilte die OÖ. Landesregierung als UVP-Behörde schließlich im Mai 2012 die Genehmigung nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz. Der Erhalt der rechtskräftigen Genehmigung in weniger als neun Monaten nach der Einreichung bestätigt die gute Qualität und Vorbereitung der Projekteinreichung und ein professionelles Projekt- und Verfahrensmanagement sowohl von Seiten der Lenzing AG als auch seitens der Behörde und Fachabteilungen des Amtes der OÖ. Landesregierung.

Zusätzlich zur Behandlung der abwasserwirtschaftlichen Belange der TENCEL® Produktion im UVP-Verfahren erarbeitete der Wasserreinhaltungsverband Lenzing – Lenzing AG ein Detailprojekt „Vorreinigungsanlage TENCEL®“ und reichte dieses ein. Die Erweiterung der Verbandkläranlage für das TENCEL® Werk wurde im April 2012 behördlich bewilligt. Die Errichtung dieser Anlage ist im angelaufenen Geschäftsjahr 2013 vorgesehen.

Die akkreditierte Prüfstelle Umweltanalytik Lenzing (UAL) bewies auch 2012 ihr hohes Niveau an Laborleistungen in den Bereichen Abwasser- und Abfallanalytik sowie ökotoxikologische Untersuchungen. Auch das alle fünf Jahre durchzuführende Re-Akkreditierungsaudit im Auftrag der Akkreditierungsstelle Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend wurde im August 2012 erfolgreich absolviert. Die Fachkompetenz der Prüfstelle wurde überaus positiv beurteilt und die Akkreditierung weiter verliehen.

Weiters wurde das Umweltmanagementsystem des Standortes Lenzing im Juni 2012 einem Erneuerungsaudit unterzogen. Diese alle drei Jahre zu absolvierende Re-Zertifizierung nach ISO 14001 wurde sehr gut bewältigt.

*) Damit wird im Durchschnitt die Existenz von weiteren 25.000 Familienmitgliedern auf einem hohen Niveau gesichert.